DIE KÜNSTLER, DIE ANTISEMITEN UND DIE FESTSPIELE

Die Künstler, die Antisemiten und die Festspiele - Die Salzburger Festspiele 1920 - 1938 (Dokumentarfilm, für ORF III / Zeitgeschichte 43 min. TV- und Kinofassung 2020)


Regie: Hermann Peseckas                                                                             
Wissenschaftliche Beratung: Univ. Prof. Dr. Albert Lichtblau                       
Produktion: ipFILM e.U. / Mag. Stefan Sternad         

Im 22. August 1920, Schlag sechs Uhr abends, begann mit der Aufführung des „Jedermann“ die Geschichte eines der bedeutendsten Kulturfestivals der Welt, inszeniert vom damaligen Starregisseur Max Reinhardt (1873-1943), der gemeinsam mit Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) für die Gründung der Salzburger Festspiele verantwortlich war. Doch von Beginn an war das Festival begleitet von antisemitischen Angriffen auf die federführenden Künstler, zu extravagant war etwa der Lebensstil des Gründers Max Reinhardt. Und dass die jüdischen Künstler katholische Stoffe für ihre Theaterarbeit verwendeten, war alles andere als gern gesehen. Der Antisemitismus richtete sich gegen die Künstler wie auch gegen andere Juden, die die Gegend für ihre Sommerfrische nutzten. Mit dem stärker werdenden Nationalsozialismus wurde die Stimmung zunehmend bedrohlich, mit Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 wird die Lage für jüdische Künstlerinnen und Künstler lebensgefährlich. Aus Anlass „100 Jahre Salzburger Festspiele“ widmet sich die Dokumentation dem unmittelbaren Umfeld der Festspiele in den Jahren 1920 bis 1938. Sie beschreibt die Welt der Festspiele und der Künstler sowie die näher rückende politische Gefahr, die 1938 letztlich in der Einverleibung der Festspiele durch die Nazis mündete. Die Künstler, die Antisemiten und die Festspiele - Die Salzburger Festspiele 1920-1938

Max Reinhard in Berlin, 1930; Bundesarchiv, Bild 102-10387 / CC-BY-SA 3.0